10 Diversity-Projekte, die für mehr Vielfalt in der Medienbranche sorgen

Von Ann-Cathrin Schürholz

Unterschiedliche Geschlechter, verschiedene ethnische und soziale Herkünfte und diverse sexuelle Orientierungen – unsere Gesellschaft ist vielfältig und Diversity weit mehr als nur ein Buzzword. Diese Realität soll sich auch in der Medienwelt widerspiegeln. Zehn bayerische Diversity-Projekte zeigen deshalb mit kreativen Formaten und innovativen Konzepten, wie die Medienlandschaft in Deutschland noch vielfältiger werden kann.

Ginger Magazin

Das Community-Projekt Ginger aus der Metropolregion Nürnberg wurde 2018 von Freiwilligen verschiedener Nationalitäten und Hintergründe ins Leben gerufen wurde. Kreativität und Diversity werden hier großgeschrieben. Ginger ist nicht nur ein Kollektiv, bestehend aus einem kleinen Team an Kreativschaffenden, sondern auch eine Community, in der jede:r unabhängig seiner Herkunft willkommen ist. Ginger teilt seine vielfältigen Inhalte über den eigenen Instagramaccount @gingermagazin und brachte zudem im Jahr 2020 das Ginger Magazin heraus, in dem mit verschiedenen Formaten unterschiedliche Stimmen und Perspektiven eingenommen wurden.

Mit „Willkommen im Club” möchte PULS queere Themen für die queere und nicht-queere Zielgruppe in den Fokus nehmen, um damit die Diversität der jungen Podcast-Hörer:innen abzubilden. Die beiden Hosts Kathi Roeb und Julian Wenzel gehen Fragen nach wie: Warum sind Outings immer noch ein großer Schritt? Wie können wir mit unserer Sprache niemanden diskriminieren? Und warum werden Bisexuelle oft nicht ernst genommen? Sie teilen ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen, laden queere Gäste ein und wollen gemeinsam mit den Hörer:innen die Frage beantworten: Gibt es überhaupt „die eine” LGBTIQ*-Community?

© BR / Veronika Grenzebach

Diversity Media

Im Nürnberger Medienverein Diversity Media e.V. treffen Menschen mit und ohne Behinderung, mit und ohne Zuwanderungsgeschichte und Menschen unterschiedlicher Geschlechteridentitäten aufeinander. Gemeinsam arbeiten sie für einen vielfältigeren Journalismus und die Sichtbarkeit von Diversität, setzen soziale und medienpädagogische Projekte um, entwickeln crossmediale und innovative Medienformate und unterstützen angehende Medienschaffende bei der Medienproduktion. Der Verein möchte zudem einen barrierefreien Media-Workspace schaffen, in dem all das koordiniert und umgesetzt werden kann.

„Wir bringen Podcastfans die Welt nach Hause”, heißt es auf der Website von hauseins. Das Podcastlabel, das 2017 von Susanne Klinger und Katrin Rönicke gegründet wurde, behandelt Themen wie Politik, Feminismus, Umwelt und Sex. Diversity hat aber auch in der eigenen  Unternehmenskultur einen hohen Stellenwert. Zu den Unternehmenswerten zählt beispielsweise, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die einer Minderheit angehören, und sie nicht nur zu Minderheitenthemen sprechen zu lassen. Zudem wird darauf geachtet, dass alle Geschlechter das gleiche Geld für gleiche Arbeiten bekommen und dass nicht an Panels teilgenommen wird, die nicht die Vielfalt der jeweiligen Stadt oder Branche repräsentieren.


Mehr zu hauseins erfährst du hier:

© Kinga Cichewicz, Illustration Inke Ehmsen

Die Bayerische Staatsoper bei #CreatorsForDiversity

Um Kulturinstitutionen in ihrer Antwort auf die COVID-19-Pandemie zu unterstützen, hat TikTok #CreatorsForDiversity ins Leben gerufen. In der Initiative geht es darum, neue Orte der Begegnung und interaktive Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Thema Diversität und Kultur schaffen. 50 Kulturinstitutionen aus ganz Deutschland nehmen am Förderprogramm teil. Auch mit dabei: Die Bayerische Staatsoper. Sie veröffentlicht bunte, diverse und überraschende Videos auf ihrem TikTok-Kanal @bayerischestaatsoper. Ab September 2021 setzt sich außerdem ihr spartenübergreifendes Programm Offstage 360 unter dem MottoJeder Mensch ein:e König:in“ mit Diversität auseinander. Um das  vielschichtige Thema bestmöglich abzubilden, geht es dafür raus aus dem Bühnenraum und rein in die Stadt.

Wie ist es, im Profifußball homosexuell zu sein? Wie geht es trans Models bei Germany’s Next Topmodel? Und warum schminken sich eigentlich Männer so selten? Um Fragen wie diese dreht sich Querfragen”, der Podcast von jetzt”, dem jungen Format der Süddeutschen Zeitung. In dem Format, das sich selbst als „Podcast mit dem Gendersternchen” betitelt, geht es jeden zweiten Sonntag um Sexualität und Geschlechterfragen. Zusätzlich erscheinen Querfragen” auch als Texte auf jetzt.de.

© jetzt.de

FemaleOneZero

FemaleOneZero ist ein Online-Magazin mit Sitz in München, das sich hauptsächlich mit den Themen Diversity und Female Empowerment befasst. Ziel des Magazins ist es, Geschichten zu erzählen, die ermutigen und empowern. Durch die neue Partnerschaft mit dem globalen Business-Netzwerk CURAZE richtet FemaleOneZero seit Kurzem den Blick verstärkt auf Themen wie Innovation und Tech. Denn: „Where diversity thrives, innovation follows”.

bipoc.hffmuenchen

Dass die Bilder in der deutschen Filmlandschaft oft noch stereotypisch sind, zeigten die Umfrageergebnisse der Initiative Vielfalt im Film im März 2021. Um dies zu ändern, setzt sich die BIPoC-Gruppe der Hochschule für Fernsehen und Film in München für eine rassismuskritische Filmlandschaft ein. Auf ihrem Instagramaccount @bipoc.hffmuenchen finden sich zum Beispiel Videos, in denen BIPoC-Studierende der HFF zukünftigen Bewerber:innen Mut machen und Unterstützung anbieten. Zusätzlich finden sich aufklärende Beiträge über Multiperspektivität und Repräsentation auf dem Account.

Verlag und mehrdas schreibt sich &töchter mit Sitz in München auf die Fahnen. Das Unternehmen bringt nicht nur Bücher wie Schwarz wird großgeschrieben” heraus, in dem es um Diversity, Female Empowerment und Black Awakening geht, sondern betreibt auch einen Podcast, richtet Veranstaltungen aus und begleitet Buchhandlungen auf dem Weg in die digitale Zukunft.

© PR Studio Seidel

Annika aka Annikazion

Annika Gerhard aka Annikazion lebt bei München und ist seit 2014 auf YouTube aktiv. Auf ihrem Hauptkanal hat sie über 450.000 Abonnent:innen und zeigt überwiegend Comedy-Videos zu Fernsehformaten und Alltagsthemen, die Jugendliche beschäftigen. Außerdem vloggt sie auf ihrem Zweitkanal, begleitet mit Instagram ihren Alltag, produziert Musikvideos und engagiert sich in der LGBTQ-Community, zu der sie sich selbst zugehörig fühlt. Im Jahr 2017 startete sie beispielsweise die Aktion #WirGegenHomophbie. Zudem war sie bis März 2021 das Gesicht von OKAY, einem Sex-Aufklärungsformat von FUNK.

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