Lineares Radio von heute: Verena Kögel & Franziska Strobl von Radio Arabella

Von Guido Schneider
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Foto: XPLR Media

Der Audiomarkt ändert sich sehr schnell. Immer mehr Leute nutzen Streamingdienste und andere Online-Angebote, vor allem aber junge Leute. Warum sollte man also traditionelles Radio noch hören? Verantwortliche von drei bayerischen Lokalradio-Publishern geben Antworten dazu. Hier sprechen Verena Kögel und Franziska Strobl von Radio Arabella.

Verena Kögel, Programmchefin von Radio Arabella München, und Franziska Strobl, Programmchefin Arabella Bayern:

Glücklicherweise gibt es noch sehr viele Gründe für die Menschen, ein lineares Radioprogramm einzuschalten: Es baut Nähe auf, bietet eine Community und ist für die Hörer:innen da. Mit unseren Live-Programmen Radio Arabella München und Arabella Bayern sind wir im Wohnzimmer, im Büro und im Auto immer ganz nah dran an den Hörer:innen. Sie fühlen sich von uns an die Hand genommen. Gerade weil immer mehr digitalisiert wird, sehnen sich die Hörerinnen und Hörer nach mehr Menschlichkeit, nicht nach Maschinen. Algorithmen und KI schaffen nicht das, was ein Live-Radio schafft. Wenn jemand eine persönliche Playlist auf Spotify und Co. hört, ist er allein und nur für sich, es ist anonym. Bei einem Live-Programm ist er das nicht, denn viele Menschen hören gleichzeitig dieselbe Musik und die gleiche Moderation und teilen dabei womöglich dieselben Gefühle. Das schafft ein Gefühl von Gemeinschaft.

Verena Kögel, Programmchefin von Radio Arabella München, und Franziska Strobl, Programmchefin Arabella Bayern. / Fotos: Radio Arabella

„Wir setzen auf lokale Stärke und vielseitige Verfügbarkeit.”

Besonders wichtig sind uns Veranstaltungshinweise aus München und der Region, denn die Hörer:innen wollen wissen, was bei ihnen los ist. Service und lokale Inhalte sind ein absoluter Einschaltfaktor. Mit unserem Verkehrsservice etwa sind wir mit Arabella München viel schneller und aktueller als landesweite Programme, da wir näher dran sind und mit kleineren Gebieten konkretere Hinweise geben können. Außerdem bekommen wir viele Meldungen direkt von unseren Hörer:innen und über uns können sie sich sogar zu Fahrgemeinschaften vernetzen. Nur das Lokalradio schafft eine so starke Community.

Wir wissen, dass unsere Hörer:innen ob der vielen Krisen in der Welt nachrichtenmüde sind. Hier brauchen wir viel Fingerspitzengefühl, denn wir sind nicht ignorant und wollen keine heile Welt vorspielen. Deshalb nehmen wir auch sogenannte schwere Themen wie zum Beispiel das Erdbeben in der Türkei auf, bemühen uns aber um einen positiven Dreh, der Hoffnung und Lichtblicke gibt. In diesem Fall war es zum Beispiel ein Konvoi, der von München aus Hilfsgüter in die Türkei bringt und zu dem wir auch Spenden bringen können.

Für unsere Programme hat sich der Wettbewerb verändert. Die schärfsten Konkurrenten sind heute Streaming-Angebote wie Spotify, aber auch Internetradios und andere DAB+-Sender. Gab es früher nur wenige UKW-Frequenzen und damit wenige Radiostationen, sind es heute unendlich viele. Hinzu kommen natürlich die lokalen Mitbewerber. Insgesamt kämpfen alle und immer mehr um ein Stück vom Kuchen, das aufgrund der Marktentwicklung kleiner wird. Um uns in diesem Umfeld zu behaupten, ist uns zweierlei wichtig: Eine starke lokale Marke und Programme, die überall verfügbar sind: per DAB+ und UKW zuhause und im Auto, per Webradio im Büro, als App und sogar auf dem Smart TV.

Foto: XPLR: MEDIA in Bavaria

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