Was wir von bayerischen Startups lernen können

Von Ann-Cathrin Schürholz

Der Mut, etwas auszuprobieren und klein anzufangen, Schnelligkeit in der Umsetzung und die Lösung eines Problems an erster Stelle – das sind die Eigenschaften, die Startups auszeichnen und von denen sich auch etablierte Unternehmen die ein oder andere Scheibe abschneiden können. Im Rahmen der Munich Marketing Week stellte XPLR: MEDIA in Bavaria vier bayerische Startups vor, die mit ihren Ideen Marketing weiter- oder neu denken.

aclipp

Der Gedanke hinter aclipp ist einfach: PR-Agenturen verwenden viel Zeit darauf, Reports für Kund*innen zu erstellen, damit ihre Arbeit auch sichtbar wird. Medienbeobachtungen müssen dafür gesammelt, strukturiert und aufbereitet werden. „Im Schnitt gehen dafür vier Stunden pro Kund*innen pro Monat drauf“, meint Michael Oldenburger, einer der drei Gründer von aclipp. Das bayerische Startup entwickelte eine Datenplattform zur Generierung von PR-Reports, bei der Medienbeobachtungen automatisiert eingespielt und Reports auf Knopfdruck erstellt werden können. Der einst stundenlange Prozess schrumpft damit auf gerade mal durchschnittlich vier Minuten zusammen. Die Mission des Startups: „Nummer 1 Tool aus Bayern werden, das PR-Professionals auf der ganzen Welt nutzen, um den Wert, den sie für ihre Kund*innen generieren, entsprechend messen und letztendlich auch kommunizieren zu können.“

Focal Analytics

Zeitoptimierung steht auch bei Focal Analytics hoch im Kurs. Data Empowerment ist hier das Stichwort, denn das Ziel des Startups besteht darin, dass Mitarbeiter*innen individuelle Fragestellungen einfach und schnell mit sinnvollen Daten beantworten können. Dafür hat sich Focal Analytics auf Webanalytics spezialisiert und verhilft Online Publishern zu mehr Verständnis über das Verhalten ihrer Website- und App-Nutzer*innen. Bei der Anwendung handelt es sich um DSVGO-konformes Tracking ohne Cookies. Durch die schnelle und intuitive Datenerfassung, -zusammenführung und -analyse im Datenexplorer können so lange Zyklen zwischen Marketing, Data und Tech vermieden werden.

Die komplette Session auf der Munich Marketing Week:

Kerngedanke

„Man muss auf Plattformen authentisch sein, überall dasselbe zu posten macht keinen Sinn“, findet Mustafa Isik von Kerngedanke. Das bayerische Startup hat ein Interface geschaffen, das Content auf allen relevanten Kanälen dezentral ausspielt. Die Idee ist an sich nicht neu, doch unterscheidet sie sich von anderen, bereits bestehenden Tools durch die leichte Bedienbarkeit und den Fokus auf das Wesentliche. Kerngedanke zeigt Usern beispielsweise auf einen Blick, was wann veröffentlicht wurde und was wie performt hat. Zudem können alle Bilder und Posts in Kerngedanke gespeichert und nach Keywords geclustert werden. Das hat den Vorteil, dass sie mit neuem Text zu einem anderen Zeitpunkt auf einem anderen Kanal gepostet werden können. Der Kerngedanke-Tipp: „Startups sollten den Mut haben, Komplexität loszuwerden – when in doubt leave it out.“

Webmag

„Mit Webmag können Unternehmen digitale Marketing- und Sales-Publikationen schnell und einfach selbst erstellen“, erklärt Christian Wust. Wie das geht? Durch eine Publishing Plattform für digitales Content-Marketing, die ganz nach dem Motto „Content is King!“ agiert. Denn Unternehmen können längst nicht mehr nur auf klassische Werbung setzen. Stattdessen verwenden sie vermehrt eigene Kanäle wie Magazine, Produktkataloge und Lookbooks, um mit Inhalten auf Augenhöhe der Kund*innen zu kommunizieren und ihre Marke zu stärken. Das Problem dabei: Oftmals werden PDFs verwendet – statisch und ohne SEO-Optimierung. Die Webmag-Plattform ermöglicht, digitale Marketing- und Sales-Materialien mit Designvorlagen schnell und einfach selbst zu erstellen. Die Inhalte sind responsiv und durch CTA Buttons interaktiv. Alle einzelnen Artikel eines Magazins sind SEO-optimiert und auf Social Media teilbar. Dabei ist die Anbindung an Google Analytics möglich, doch die Auswertung kann auch über die integrierten Analytics erfolgen.

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