Diese neun VR-Startups verändern die Medienwelt

Von Richard Löwenstein

Junge Unternehmen entwickeln Medien von morgen bereits heute. Welche großen Potenziale Virtual Reality für die zukünftige Medienwelt hat, zeigen neun Startups aus Bayern.  

Hologate

Als Location Based Virtual Reality bezeichnet das 2017 gegründete Startup Hologate seine Unterhaltungsidee: Über 300 Erlebnis-Center in aller Welt haben die Münchener bereits mit stationären, schlüsselfertigen VR-Gaming-Systemen bestückt. Sie transportieren abenteuerlustige Betrachter*innen rund um den Globus in Fantasywelten, wo sie sich gemeinsam mit Mitspieler*innen durch Spiele wie „Das Boot“ aus der gleichnamigen TV-Serie kämpfen und die „Angry Birds“ aus dem bekannten Videospiel durch kunterbunte Kulissen schnipsen – nur halt mittendrin statt bloß dabei. Als Multiplayer-Angebot schafft es Hologate, ein Vorurteil aus dem Weg zu räumen, das Virtual Reality Games anhaftet: Von Isolation kann mit bis zu vier Spieler*innen keine Rede sein.

Und die Erfolgsstory geht weiter: Anfang 2020 wurde Hologate Blitz als Best Location Based Experience bei der CES in Las Vegas ausgezeichnet.

Mit Location Based Virtual Reality in über 300 Erlebnis-Zentren erreicht Hologate Menschen rund um die Welt. Foto: Hologate

Holoride

Das Münchener Hightech-Startup Holoride baut gemeinsam mit Audi, Porsche und weiteren Industrieunternehmen an innovativen Unterhaltungsformen für die mobile Gesellschaft. Holorides Software klinkt sich in den Datenstrom von Positions- und Verkehrsdaten moderner Fahrzeuge ein. Die Daten steuern unter anderem die Kamera in virtuellen Kulissen, welche die Passagiere während einer Autofahrt via VR-Headset betrachten können. Sie erleben zum Beispiel einen fiktiven Drohnenflug durch eine Naturlandschaft und spüren synchron die reale Beschleunigung beim Bremsen und in Kurven.

VRdirect

Der schnellste Weg zur eigenen VR-Präsentation führt über ein simples 360-Grad-Foto und die App „VRdirect“ des gleichnamigen Startups aus München. Die App gestattet bequemen Import des Rundum-Fotos und bereitet es zur Verwendung für VR-fähige Headsets, Smartphones und Webbrowser auf; außerdem dient sie als Hub zur Verwaltung von Daten und Updates für VR-Projekte.

Icaros

Seit 2015 verheiratet Icaros sein Highend-Balanceboard mit gängigen VR-Headsets für unterhaltsames, effektives Fitnesstraining. Durch subtile Gewichtsverlagerung meistert die auf dem Balanceboard liegende Person Reaktions- und Geschicklichkeits-Games, die Geist und Muskulatur stärken. Mit einer Gesundheits-App und weiteren Ideen wollen die Gründer Michael Schmidt und Johannes Scholl ihr Unternehmen zur Experience Company ausbauen.

Ein Balance-Trainingsgerät bildet das Herz des Münchener Startup Icaros, das sich ab 2020 als Experience Company positionieren möchte. Foto: Icaros

Vuframe

Kinderleicht Produkte via VR-Headset erlebbar machen: Diese Idee steckt hinter der webbasierten Cloudlösung „SmartVu“ des 2015 gegründeten Startups Vuframe aus Regensburg. Kund*innen von SmartVu laden 3D-Daten aus allen gängigen CAD-Anwendungen und 3D-Engines via App in die SmartVu-Cloud. Die App komprimiert die Daten und macht sie für vielfältige Anwendungen auf allen gängigen VR- und AR-Endgeräten verfügbar – ganz ohne 3D- und Programmierkenntnisse.

Erst Ende 2019 wurde Vuframe von Investor Frank Thelen als "Logitech Startup Partner 2019" ausgezeichnet und von Carsten Maschmeyer auf die CES in Las Vegas eingeladen.

SPREE Interactive

Schluss mit komplizierter, anfälliger Virtual Reality-Technologie: Das Unternehmen SPREE Interactive aus Nürnberg gestaltet virtuelles Entertainment und baut passende autonome Headsets, die weder PC noch Verkabelung benötigen und besonders wartungs- und benutzerfreundlich konstruiert sind. Das Ziel: Location Based VR, die mit realen Erlebnissen synchronisiert wird und dem harten Alltag trotzt – zum Beispiel in großen Freizeitparks. Mit dem VR-Headset vor Augen erleben Passagiere von Achterbahnen und Autoscootern die Fahrt vollkommen neu.

TimeRide

Im Herzen von Bayerns Hauptstadt kann jedermann hautnah Geschichte erleben: Seit September 2019 lädt das Münchener Startup TimeRide Besucher*innen seines Ladenlokals zu einer 45 Minuten umfassende VR-Reise ein. Die Reise führt zu elf historisch bedeutenden Orten und Ereignissen aus Bayern. Seite an Seite mit einem fiktiven Erzähler und Zeitreisenden schweben die Betrachter*innen via VR-Headset zum Beispiel am römischen Limes-Grenzwall vorbei, besuchen Augsburg zur Fuggerzeit und erleben Schloss Neuschwanstein aus der Vogelperspektive.

An Bord des „Pfauenwagens“ von König Ludwig II erleben Reiselustige per VR-Headset elf Stationen bayerischer Geschichte. Hier: das erste Oktoberfest. Foto: Chr.Rudnik/ TimeRide

VR ON

Virtuelle statt reelle Meetings sparen Zeit und Kosten, schonen die Umwelt und sind mit der Software-Lösung „STAGE“ des Startup-Unternehmens VR ON über ein paar Mausklicks realisierbar. Die Virtual Reality Business Software der Münchener gestattet Teams gemeinsame Betrachtung von Designs und virtuellen Prototypen, anschließende Diskussion und Entscheidungsfindung. Protokoll- und Management-Funktionen für Moderatoren- und Zugriffsrechte sowie Verschlüsselungssysteme komplettieren das Paket.

Braveyourself VR

Mithilfe von Virtual Reality-Technik Vortrags-Situationen trainieren und so Selbstvertrauen aufbauen: Das ist der Schwerpunkt der 2017 gegründeten VR-Agentur Braveyourself VR aus München, die für ihre „Public Speaking App“ realitätsnahes Rednertraining vor virtuellem Publikum erfunden hat. Vier virtuelle Bühnen bilden den Rahmen für fiktive Vortrags-Szenarien. Der Verlauf wird aufgezeichnet und von der Community und / oder professionellen Coaches fernanalysiert. Das Besondere daran: Wo das Training stattfindet, spielt keine Rolle; nur ein VR-Headset muss vorhanden sein.

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