Natalie Zizler ist für die Entertainment-Sparte bei NEUESUPER verantwortlich.

Natalie Zizler von NEUESUPER: So geht Entertainment für die junge Zielgruppe

Seit Anfang 2025 leitet Natalie Zizler die neue Entertainment-Sparte bei der Produktionsfirma NEUESUPER. Die Philosophie der ehemaligen Unterhaltungschefin von ProSieben: mit mutigen Ideen bei den Zuschauer:innen Gefühle zu wecken.

19.01.2026 3 Min. Lesezeit

Frau Zizler, warum haben Sie sich für NEUESUPER entschieden? 

Natalie Zizler: Ich hatte das große Glück, 25 Jahre lang in der Senderwelt viele wunderbare Erfahrungen zu sammeln – von der Praktikantin bis zur Unterhaltungschefin. Irgendwann kam für mich der Moment, an dem ich Lust hatte, noch mal etwas ganz Neues zu gestalten. Die NEUESUPER ist ein Ort, der kreativ denkt, mutig ist und eine klare Haltung hat. Ich habe das Team und die Arbeit dieser Fima schon lange bewundert – und es war ein großes Glück, Anfang 2025 als Produzentin für den Non-Fiction-Bereich dazustoßen zu dürfen. Unser Ziel ist es, mit Formaten zu überraschen, die Haltung haben, die Menschen berühren – und die zeigen, dass Non-Fiction genauso kraftvoll, durchdacht und erzählerisch stark sein kann wie Fiction.

Wie hat sich Ihre Arbeit seit dem Wechsel verändert? 

Zizler: Natürlich gibt es Unterschiede. Ich empfinde es als Perspektivwechsel. Beim Sender habe ich Inhalte aus Sicht der Plattform gedacht: Welche Lücke füllt das Format? Wie binde ich Zuschauer:innen, wie passt das Thema in den Kosmos des Senders? In der Produktion denke ich nun viel mehr aus der Idee heraus – aus dem Inhalt, aus dem kreativen Kern. Aber das Ziel bleibt dasselbe: relevante Formate zu schaffen, die emotional treffen, neugierig machen und jetzt auch zum Spirit der NEUESUPER passen.

Wie gehen Sie an die Entwicklung eines modernen Formats heran? 

Zizler: Ich frage mich aktuell zuerst: Was will ich erzählen und warum soll diese Geschichte genau jetzt erzählt werden Es geht darum, ein Gefühl zu treffen. Das ist der Kern des Inhalts. Alle weiteren Aspekte müssen den Kern passend ergänzen: von der Tonalität über die Bildsprache bis hin zum Social-Media-Post. Wenn alles miteinander einhergeht, wird es eine starke Geschichte.

Social Media ist eine echte Chance. Wenn wir Multi-Channel denken, können wir eine Geschichte in verschiedenen Facetten erzählen.

Natalie Zizler

Wie hat sich der Entertainment-Bereich aus Ihrer Sicht verändert? 

Zizler: Die Unabhängigkeit von Ausstrahlungszeit und der individuell nach dem eigenen Geschmack wählbare Inhalt bieten für die Produktionslandschaft große Chancen. Es gibt Nischen und es gibt großes Popcorn-Familien-Entertainment gleichermaßen. Zum Beispiel haben die ersten Minuten der ersten Folge einer Staffel ungleich an Bedeutung gewonnen. Hier zeigt sich die Veränderung besonders: Die ersten Minuten entscheiden über Wohl oder Wehe einer ganzen Staffel, sie müssen knallen. Enttäuschen sie die Konsument:innen, haben diese keinen Grund weiterzusehen. Das Angebot in der Mediathek ist im Vergleich zu früher viel kleinteiliger geworden. Jede:r kann sich raussuchen, was Geschmack und Interesse trifft. Dadurch haben auch nischigere Produktionen eine bessere Chance. 

Inwiefern? 

Zizler: Wir sehen eine starke Diversifizierung des Ausstrahlungsmarkts. Sowohl bei linearen TV-Sendern als auch durch Streaming-Angebote. Die Zuschauer:innen wollen etwas, was sie persönlich bewegt, und das können sie dadurch bekommen. 

Welche Rolle spielt Social Media für euch? 

Zizler: Social Media ist eine echte Chance. Wenn wir Multi-Channel denken, können wir eine Geschichte in verschiedenen Facetten erzählen. Es ist superwichtig, dass dabei ein Format auf jedem Kanal seine Stärke behält und die Inhalte auf den verschiedenen Plattformen miteinander korrespondieren. Das heißt: Wir betrachten Kanäle nicht isoliert, es findet überall Storytelling statt. Wir nutzen sie, um Zuschauer:innen auf mehreren Wegen abzuholen und zu begeistern.

Bannerbild: Christiane Wunsch

Über den Autor/die Autorin

Martin Haase

Martin liebt es, nach Antworten auf die großen Fragen der Medienbranche zu suchen und auf Spurensuche mit Protagonist:innen zu sprechen, die mit Leidenschaft von ihrer Lösung berichten. Beruflich aufgewachsen im Digitalen – unter anderem bei FOCUS Online und der Burda-Agentur C3 – freut er sich ganz besonders, dass er bei Storyboard in der Rolle als Redaktionsleitung die Umsetzung des XPLR-Printmagazins auf Agenturseite übernehmen darf.

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