Digitale Events – wir haben es ausprobiert

Von Marie-Charlotte Praetorius

Wie organisiert man ein digitales Event? Welche Tools nutzt man dafür? Und welche Formate eignen sich überhaupt? Fragen, die sich in der aktuellen Situation rund um das Corona-Virus viele Veranstalter stellen – auch XPLR: Media in Bavaria. Wir haben ausprobiert, wie sich unser abgesagter Auftritt bei der South by Southwest (SXSW) in Austin in eine Online-Konferenz umwandeln lässt. Unsere Erfahrungen möchten wir gerne teilen.

Anstelle von „Media Innovation Night“ in Austin hieß es für uns „Medien (Innovationen) in Zeiten von Corona“, live gestreamt von Zuhause aus. Zu Gast hatten wir Experten*innen aus der Medienbranche, die mit uns über das aktuelle Thema Corona gesprochen haben. Mit dabei waren:

  • Dirk von Gehlen, Leitung Social Media/Innovation bei der Süddeutschen Zeitung, teilte seine Ideen dazu, was die Medienindustrie aus den Corona bedingten Veranstaltungs-absagen lernen kann.
  • Norbert Grundei, Programmchef von N-JOY (NDR), erklärte, wie es zu der Idee des Podcasts „Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten“ kam und wie neue Formate bei der Berichterstattung unterstützen können.
  • Kontextlab, 1E9 und Varia – drei Medien-Startups – erzählten, was für sie Flexibilität in Zeiten von Corona bedeutet und wie man eine Krise als Chance für sich nutzen kann.
  • Marcus John Henry Brown stellte einen Auszug aus seinem neuesten Stück „Corona Dystopia“ vor.

Video: Medien(Innovationen) in Zeiten von Corona

Wie man ein digitales Event umsetzt

Voraussetzung, um die Online-Konferenz mit sechs zugeschalteten Speaker*innen durchzuführen:

  • Mindestens ein Laptop mit Kamera für jede*n Speaker*in
  • Eine stabile WLAN-Verbindung
  • Ein Konferenz-Tool, das sich von allen unkompliziert nutzen lässt (in unserem Fall: Zoom)

 

Die Herausforderung: Wie lässt sich eine Online-Konferenz interaktiv gestalten? Konferenz-Tools bieten viele Möglichkeiten für Interaktion. Doch wie schafft man es, die Teilnehmer*innen zu aktivieren und ihnen das Gefühl der tatsächlichen Teilhabe zu geben? In unserem Fall hatten alle Teilnehmer*innen über das Tool die Möglichkeit, mit einem virtuellen Handzeichen auf sich aufmerksam zu machen. Wir konnten sie dann live dazuschalten, um ihre Frage zu stellen. Wer lieber anonymer blieb, tauschte sich in einem Chat aus, den entweder alle oder nur die Moderatorinnen und Speaker*innen sahen. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hatten die Teilnehmer*innen in einem von uns angelegten Google Doc die Möglichkeit, ihre Fragen einzutragen. Diese konnten wir direkt in die Moderation einfließen lassen.

Online only – warum das Internet selbstverständlich ist

Natürlich ersetzt ein Online-Event nicht den Face to Face-Austausch. Trotzdem brauchen wir, gerade aktuell, Möglichkeiten und neue Ideen, wie so ein Austausch auch digital funktionieren kann. Dirk von Gehlen etwa denkt ganz klar online only: „Dass wir in Zeiten von ‚Zwangsdigitalisierung‛ die Dinge online machen können, ist gut, denn das wird unser Bild vom Internet verändern.“ Digital wird zur Selbstverständlichkeit. Mit dieser neuen Perspektive lässt sich aus der Not eine Tugend machen. Von Gehlen und Georg Horn haben schon Ideen, wie:

  • Entwickelt neue Produkte: Wie kann bei virtuellen Events zum Beispiel das Networking aussehen, das normalerweise in Kaffeepausen stattfindet?
  • Findet neue Wege, wenn euer Event abgesagt wird: Warum nicht stattdessen Inhalte gewinnen, etwa durch Interviews mit spannenden Speaker*innen?
  • Für die Speaker*innen: Nutzt euren Content! Eine vorbereitete Präsentation könnte man zum Beispiel in einem Blogbeitrag oder Webinar zweitverwerten.

 

Rückblickend können wir sagen: Keine Scheu vor Online only! Ein digitales Event ist schnell auf die Beine gestellt und auch mit einer Standardtechnik umsetzbar. Tools gibt es dazu bereits einige, welches für euch das richtige ist, hängt von den Anforderungen der Veranstaltung ab.

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