Bayerischer Digitalminister Dr. Fabian Mehring

Digitalminister Dr. Fabian Mehring: „Bayerische Pixel-Pioniere setzen Maßstäbe”

Games verändern die Welt. Und Bayern ist vorne mit dabei. Etwa 350 Unternehmen, Organisationen und Einrichtungen mit mehreren tausenden kreativen Spiele-Passionierten im Hintergrund machen das Ökosystem der bayerischen Gamesbranche aus. Und die wird entsprechend gefördert – zuletzt hat der Freistaat den Game-Etat verdoppelt. Wir haben Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring gefragt, wohin die Reise noch geht. Und wie er eigentlich selbst zu Games steht.

04.03.2026 3 Min. Lesezeit

Games als Innovationsmotor

Dr. Mehring, Hand aufs Herz: Spielen Sie überhaupt Videospiele?

Dr. Fabian Mehring: Klar, ich bin mit Games groß geworden. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als Kind Monkey Island oder Midtown Madness gespielt habe und die ersten Abenteuer mit Super Mario erlebt habe – kaum zu glauben, dass dieses Kultspiel gerade seinen 40. Geburtstag gefeiert hat. Heute faszinieren mich besonders auch Projekte aus Bayern, die einen echten Mehrwert für Kinder und Familien schaffen. Besonders ans Herz legen möchte ich Eltern unsere Lern-App Wo ist Goldi?, mit der Grundschüler spielerisch den sicheren Umgang mit digitalen Medien erlernen. Games begleiten mich also seit der Kindheit – vom Konsolenklassiker bis hin zu innovativen Lernspielen aus Bayern.

Welche Bedeutung haben digitale Spiele heute und in Zukunft?

Dr. Mehring: Games sind längst Kulturgut und Innovationsmotor der digitalen Transformation. Mehr als die Hälfte der Deutschen spielt regelmäßig – von Kindern bis zu Senioren. Games können Wissen vermitteln, kreatives Denken fördern, demokratische Prozesse erlebbar machen und soziale Teilhabe ermöglichen. Sie sind damit weit mehr als ein Freizeitvergnügen: Sie sind Bildungsinstrument, Wirtschaftsfaktor und kultureller Ausdruck zugleich. In einer zunehmend digitalen Welt wird ihre Bedeutung noch wachsen – für die Gesellschaft genauso wie für den Standort Bayern.

Bayern ist Games-Topstandort in Deutschland

Schauen wir an der Stelle einmal genauer hin. Welche Rolle spielen digitale Spiele denn für den Standort Bayern?

Dr. Mehring: Unsere Pixel-Pioniere setzen Maßstäbe: Bayern ist heute Games-Topstandort in Deutschland und hat sogar Berlin und NRW überholt. Mit kreativen Startups, international erfolgreichen Studios und innovativen Bildungsangeboten zeigt Bayern, wie breit das Potenzial von Games ist. Sie sind für uns Wirtschaftskraft, Standortfaktor und Aushängeschild der digitalen Transformation zugleich. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen Bayern als deutsche Heimat für Games noch weiter voranbringen und zu einem europäischen Spitzenstandort entwickeln. Denn Games aus Bayern stehen heute schon für Innovation, Qualität und gesellschaftlichen Mehrwert.

Das klingt vielversprechend. Welche konkreten politischen Schritte unternehmen Sie, um Games in Bayern zu fördern?

Dr. Mehring: Wir werden den Games-Etat verdoppeln und der Branche damit doppelten Rückenwind gegeben. Mit Programmen wie „Level Up!” fördern wir gezielt Gründerinnen und Gründer, Nachwuchskräfte und innovative Projekte. Gleichzeitig verschaffen wir Bayerns Entwicklerinnen und Entwicklern Sichtbarkeit – etwa auf der Gamescom, wo Bayern als Games-Topstandort Flagge zeigt. Wir bauen die Förderung kontinuierlich aus, weil wir überzeugt sind: Wer in Games investiert, investiert in Zukunftstechnologien, kreative Köpfe und eine wachsende Branche.

Neue Games-Studie stärkt bayerische Branche

Bayern ist deutscher Games-Standort Nummer Eins. Um seine Position auch in Zukunft zu stärken, schafft Bayern mit einer Games-Standortstudie eine umfassende, datenbasierte Grundlage für die Weiterentwicklung seiner Games-Strategie. Die Studie, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Digitales, wird im Auftrag der Medien.Bayern GmbH mit ihren Initiativen Games/Bavaria und XPLR: MEDIA in Bavaria durchgeführt. Die Ergebnisse rund um die wirtschaftliche Bedeutung, die Struktur und die Entwicklungspotenziale der bayerischen Games-Branche sollen im Frühjahr 2026 veröffentlicht werden. Um den Erscheinungstermin nicht zu verpassen, abonniere jetzt den Newsletter von XPLR: MEDIA in Bavaria oder Games/Bavaria!

Über den Autor/die Autorin

Nora Beyer

Nora Beyer ist freie Journalistin und Autorin mit Fokus auf Gameskultur. Sie schreibt unter anderem für Deutschlandfunk Kultur, Der Spiegel, der Freitag, GEE, heise und XPLR: MEDIA zu Themen rund um Games, Gameskultur und Digitales. An der Universität Bayreuth arbeitet sie derzeit an ihrer Dissertation zum Thema „Feministische care-ethische Perspektiven in digitalen Spielen“.

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