Gerd Weiner von Sportworld: Streaming für die ganze Sportwelt
Die Plattform Sportworld aus München versteht sich als digitaler Programmguide und Aggregator für Sportcontent – mit dem Ziel, Zuschauer:innen Orientierung zu geben und auch kleineren Sportarten sowie regionalen Vereinen Sichtbarkeit zu verschaffen. Im Interview erklärt Gerd Weiner, wie das gelingen soll.
Herr Weiner, welche Lücke im Sportstreaming-Markt wollen Sie mit Ihrer App konkret schließen?
Gerd Weiner: Bestehende Plattformen kaufen gezielt Rechte und monetarisieren sie, aber es gibt keinen Ort, der alle Sportangebote bündelt. Wir schaffen diesen Ort. Fans können bei uns Inhalte kostenlos, werbefinanziert oder gezielt per Pay-per-View sehen – ganz ohne Abo. Rechteinhaber wie Vereine oder Verbände erhalten eigene Branded Zones im individuellen Look-and-Feel mit Streams, Highlights und Community-Funktionen. Unser Modell folgt dem Direct-to-Fan-Ansatz: Jeder kann Inhalte direkt für seine Zielgruppe sichtbar machen und dank unserer Technologie weltweit distribuieren sowie Umsätze generieren, etwa durch Pay-per-View-Events oder programmatische Werbung. Ein Beispiel: Die European League of Football stellt über ihre Zone neben Highlights sämtliche ELF-Spiele weltweit als PPV bereit und bietet so Fans rund um den Globus ein flexibles Sportangebot.
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Was war der Auslöser für die Gründung von Sportworld?
Weiner: Die Gründungsidee entstand aus der Beobachtung, dass Fans zunehmend den Überblick über Sportinhalte verlieren. Die Rechte sind auf viele Anbieter verteilt, einfache Antworten auf die Frage „Wo läuft mein Spiel?” gibt es kaum. Wir wollten ein System schaffen, das Orientierung gibt und den Zugang zu Inhalten vereinfacht. Technisch gedacht wie ein Programmguide, der zeigt, was wann wo läuft – aber erweitert durch eigene Streams, Kooperationen mit Rechteinhabern und dem Ziel, Inhalte global zugänglich zu machen. Uns treibt dabei auch ein persönliches Anliegen an: Wir wollen Sport als gesellschaftlichen Wert stärken – über alle Sportarten und Ligen hinweg. So bieten wir beispielsweise auch NGOs wie der „Peak Performer Stiftung“ oder dem „Deutschen Fußballbotschafter“ eine eigene Bühne, damit sie ihre Inhalte weltweit zugänglich machen können. Damit demokratisieren wir Sport: möglichst viele kostenfreie Inhalte, möglichst einfacher und umfassender Zugang zu sämtlichen Disziplinen.
Wie funktioniert die technische Umsetzung? Wie gelangen die Inhalte auf Ihre Plattform?
Weiner: Wir arbeiten weltweit mit Rechteinhabern zusammen – vom DFB über Red Bull TV bis zur Major Arena Soccer League, der größten Indoor-Fußball-Serie der USA: Diese Partner erhalten bei uns direkten Zugang zu sportinteressierten Zielgruppen. Die Inhalte werden automatisiert auf Sportworld ausgespielt, und Pay-per-View-Käufe können direkt in der App abgewickelt werden. Zusätzlich entwickeln wir werbefinanzierte lineare Sportkanäle – sogenannte FAST-Sender. Neben eigenen datenbasierten Sportkanälen, die auf Daten von mehr als 200.000 Sport-Events pro Jahr zurückgreifen, programmieren wir auch kundenindividuelle FAST-Sender für renommierte Partner wie die World Rally Championship und distribuieren diese weltweit über führende Streaming-Plattformen. So machen wir Inhalte sichtbar, die bisher im Verborgenen lagen.
Welche Bedeutung haben kleine Sportarten und der regionale Sport für Sie?
Weiner: Unser Anspruch ist Gleichberechtigung. Jeder Verein – egal ob Bundesliga oder Kreisligist – kann seine Inhalte auf unserer Plattform zeigen. Gerade der nicht-kommerzialisierte Sport findet in klassischen Medien kaum statt. Bei uns erhält er Sichtbarkeit, eigene Kanäle, Community-Zugang. Ein Leichtathletik-Meeting oder ein Regionalliga-Spiel wird genauso hochwertig präsentiert wie ein Champions-League-Abend. Und erstmals haben auch einzelne Athlet:innen die volle Hoheit über den großen TV-Bildschirm: Sie können über die Sportworld selbstbestimmt eigene Inhalte einstellen und global vermarkten.
Welche Rolle spielt der Standort Bayern für Sie?
Weiner: Wir sind ein bayerisches Unternehmen, gegründet und finanziert aus München. Bayern bleibt unsere Heimat – und wir zeigen, dass auch in Deutschland globale Unternehmen mit echtem Impact entstehen können. Unser Ziel ist es, aus Schwabing in die Welt zu skalieren – mit klarer Vision, einem disruptiven Ansatz und einer starken technologischen Plattform.
Wohin entwickelt sich Sportworld in Zukunft?
Weiner: Unsere Vision ist eine interaktive Fan-Plattform: maximale Flexibilität beim Streaming, echte Community-Einbindung – und ein hochpersonalisiertes Erlebnis, das zugleich immer wieder inspiriert. So bringen wir die vielen noch unentdeckten Sportmomente ins Rampenlicht und machen sie für alle Fans sichtbar.
Bannerbild: Sportworld








