Mixtvision auf der gamescom 2020 – FAR: Lone Sails wird mobil

Von Franziska Schulze

Mixtvision geht in die Vollen: Das Medienunternehmen aus München ist 2020 gleich in dreifacher Funktion auf der gamescom vertreten: als offizieller Partner, Aussteller und Sponsor der Indie Arena Booth Online. Außerdem wird die mobile Version von FAR: Lone Sails gelauncht. Warum sie die Online-Variante der gamescom positiv bewertet und was das neue Spiel auszeichnet, erzählt PR und Marketing Managerin Alexandra Palme im Interview.

Foto: Mixtvision

Was war für Sie das Argument dieses Jahr auch virtuell mitzumachen?

Alexandra Palme: Wir denken, dass gerade ein virtuelles Event den Zugang auch für Besucher ermöglicht, die an einem physischen Event beispielsweise aufgrund der Entfernung nicht teilnehmen könnten. Wir sehen hierin eine große Chance, noch mehr Menschen mit allen Themen rund um Games erreichen zu können. Außerdem finden wir, dass die Veranstalter in der aktuellen Zeit unterstützt werden sollten, insbesondere wenn sie – wie in diesem Fall – innerhalb kürzester Zeit ein virtuelles Ersatz-Event mit hochkarätigen Medienpartnern und einem potenziell hohen Unterhaltungswert auf die Beine stellen.

„Wir hoffen, dass die Besucher von der gamescom 2020 das Gefühl mitnehmen, Teil eines globalen Events zu sein, dass also eine gewisse Verbundenheit auch auf digitalem Wege vermittelt werden kann.“

Was wird dieses Jahr anders sein?

Palme: Sicher wird man abwarten müssen, wie sich die Veranstaltung konkret entwickelt. Im Rahmen des gamescom-Auftritts wird es vermutlich keine direkten Gespräche mit dem Publikum geben. Die Indie Arena Booth Online als eine Art Multiplayer-Spiel erlaubt es aber, mit Besuchern zu chatten. Natürlich ist schriftliche Kommunikation immer etwas umständlicher, sodass Gespräche möglicherweise nicht so weit in die Tiefe gehen werden. Und auch der kurze zwischenmenschliche Austausch „im Vorbeigehen“ an einem physischen Messestand wird fehlen. Die Entwicklerteams und wir sind aber grundsätzlich immer ansprechbar, auch über diverse Social Media-Kanäle und über den gamescom-Zeitraum hinaus.

Was sollen die Teilnehmer*innen mitnehmen?

Palme: Wir hoffen, dass die Besucher das Gefühl mitnehmen, Teil eines globalen Events zu sein, dass also eine gewisse Verbundenheit auch auf digitalem Wege vermittelt werden kann. Und natürlich würde es uns sehr freuen, wenn auch viele neue Spieleentdeckungen, die in den kommenden Monaten auf den Markt kommen, ihren Weg auf die Wunschlisten des Publikums finden.

Foto: Mixtvision

Das Spiel FAR: Lone Sails wird in seiner mobilen Version neu auf der Gamescom ankündigt. Worum geht es?

Palme: FAR: Lone Sails ist ein post-apokalyptisches Abenteuerspiel auf Rädern. In einem eigentümlichen Gefährt, einer Mischung aus Lokomotive und Segelboot, reist man durch einen ausgetrockneten Ozean, immer auf den Spuren einer einstmals blühenden Gesellschaft. Unterwegs muss Herausforderungen wie widrigem Wetter oder allerlei Wegblockaden getrotzt und das Gefährt am Laufen gehalten werden. Die große Frage lautet: Wohin wird diese Reise führen und was wird sich dort finden?

„Bei FAR: Lone Sails dreht sich alles um die Erfahrung des Unterwegsseins. Eine winzige Figur segelt in einem riesigen Fahrzeug durch karge, aber wunderschöne Landschaften.“

Wie kam die Idee zum Spiel zustande?

Palme: FAR: Lone Sails nahm 2015 seinen Anfang als Bachelorarbeit von Don Schmocker an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) in der Schweiz. Als das Spiel in seiner frühen Phase positive Resonanz und einige Auszeichnungen erhielt, beschloss Don darauf aufzubauen: Während er noch im Masterprogramm für Game Design an der ZHdK eingeschrieben war, tat er sich mit dem Publisher Mixtvision zusammen und sammelte ein Team von Kommilitonen um sich herum, um ein vollwertiges Spiel zu entwickeln, das auf seinem Prototyp basiert.

Was ist das Besondere an FAR: Lone Sails?

Palme: Bei FAR: Lone Sails dreht sich alles um die Erfahrung des Unterwegsseins. Eine winzige Figur segelt in einem riesigen Fahrzeug durch karge, aber wunderschöne Landschaften. Dabei wechseln sich entspannende Momente mit hastigeren Episoden ab: Die Kraftstoffversorgung will gesichert werden, der Zustand des Fahrzeugs erfordert Aufmerksamkeit und Hindernisse müssen überwunden werden. Unterwegs findet man zusätzliche Teile, mit denen das Fahrzeug aufgerüstet wird und neue Funktionen erhält. Die gegenseitige Abhängigkeit von Hauptfigur und Fahrzeug spielt eine wichtige Rolle: Ohne die Maschine wäre jede Hoffnung auf Antworten verloren. Es fühlt sich fast selbstverständlich an, das Fahrzeug zu pflegen und sich um seine Bedürfnisse zu kümmern, auch wenn dieses von Zeit zu Zeit etwas launisch sein kann.

Sind Spieler*innen besser für das Überleben in außergewöhnlichen Situationen gewappnet, wenn sie das Spiel gespielt haben?

Palme: Sicherlich nicht, wenn es um konkrete „Survival-Fähigkeiten“ geht. Aber es kann dazu beitragen, dass man sich auf außergewöhnliche Situationen besser einlassen kann, sei es durch die Konfrontation mit der Einsamkeit im Spiel, das Erleben der Selbstwirksamkeit beim Bewältigen der Herausforderungen oder durch die Erinnerung an das Zen-Gefühl der Segelpassagen, getragen von stimmungsvoller Musik.

Foto: Mixtvision

Es mutet optisch sehr düster an: Ist es ein guter oder eher ungünstiger Zufall, dass es zu Corona-Zeiten rauskommt?

Palme: Da das Spiel seinen Ursprung lange vor der Pandemie nahm und auch bereits auf verschiedenen Plattformen erschienen ist, ist es tatsächlich reiner Zufall. Also weder gut noch ungünstig, dass wir in diesem Jahr noch ein neues Kapitel aufschlagen, indem wir FAR: Lone Sails auf Mobilgeräte bringen.

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