Der Berg ruft: Über einen Ort, der neue Medienformate und Community schafft

Sie filmen die Rettungseinsätze der Bergwacht, podcasten über Gipfelglück und Selbstzweifel und arbeiten auf 1.200 Meter Höhe. Bayerische Medienmacher:innen entdecken den Berg als Arbeitsplatz – und als Ort der Gemeinschaft.

22.10.2026 12 Min. Lesezeit

Höllental-Gletscher, rund 2.300 Meter über null. Der Notruf geht noch bei Sonnenschein bei der Bergwacht ein. Ein Wanderer ist am Nordosthang der Zugspitze abgerutscht und rund 100 Meter über das Eis den Berg hinabgeschlittert. Er sei nur leicht verletzt, berichten seine beiden Begleiter übers Telefon. Trotzdem ist die Lage ernst. Denn in anderthalb Stunden soll ein Gewitter die Zugspitze erreichen. Dann wird der Gletscher – eine steile, freie Fläche aus Eis und Geröll – zur Todesfalle. Als sich die Bergretter vom Helikopter abseilen, ziehen am Horizont die ersten schweren Wolken auf. Jetzt muss jeder Handgriff sitzen. Sie versorgen den Verunglückten, lassen ihn und seine Begleiter ausfliegen. Doch dann stürzt ein anderer Bergsteiger vor ihren Augen in eine Gletscherspalte.

Was klingt wie aus einem Actionfilm, ist eine echte Rettung. Die Szene stammt aus „In höchster Not – Bergretter im Einsatz“, einer Dokuserie des Bayerischen Rundfunks, die ehrenamtliche Retter:innen der Bergwacht Bayern bei ihren Einsätzen begleitet. Gefilmt wird unter anderem mithilfe von Helmkameras und GoPros, kleinen, robusten Camcordern, die die Einsatzkräfte tragen. Die ersten zwei Staffeln wurden allein in der ARD-Mediathek rund 18,4 Millionen Mal aufgerufen, eine dritte ist in Produktion.

Aber die Serie ist mehr als ein Hit. Sie ist Teil eines größeren Phänomens: Die bayerischen Medienmacher:innen zieht es in die Berge. Da sind die BR-„Bergfreundinnen“, die mit ihrem Podcast eine der aktivsten Outdoor-Communitys des Landes aufgebaut haben. Da ist Joachim Hellinger, der vor 25 Jahren die European Outdoor Film Tour gründete und den Extremsport ins Kino brachte. Und da sind Wander-Influencer:innen wie Luisa von Podewils, die mit ihrem Hund, einem Smartphone und rund 100.000 Follower:innen zeigt, dass man für Reichweite vom Berg kein Kamerateam braucht.

Was treibt all diese Menschen in die Berge? Und was bringt sie dazu, den Berg ins Zentrum ihrer Medienarbeit zu stellen? Eine Spurensuche von der Zugspitze bis zur Münchner Schotterebene.

Die vorliegenden Medienschaffenden haben ihre eigene Community rund um die Liebe für die Berge geschaffen. Mehr zum Thema Community-Building findest du in unserer neuen Studie.

Nie gesehene Nähe und perfektes Storytelling: Warum die Bergretter so begeistern

Bad Reichenhall, 473 Meter über null. Die Erkenntnis, dass „In höchster Not“ ein großer Wurf sein könnte, trifft Franz Hinterbrandner und Max Reichel nicht am Berg. Sondern im Keller ihrer Produktionsfirma Timeline Production. Hier, im Schnittraum, zeigt ihnen ihr Cutter den ersten Rohschnitt. Die Bilder sind wacklig, manchmal unscharf, aufgenommen mit GoPros und den Helmkameras der Bergretter:innen. Dazu kommt Material von Teams, die das Geschehen am Boden mit Handkameras begleiten. Zusammen ergibt das eine Nähe, wie sie keiner von ihnen in einer Bergdoku je gesehen hat. „Da haben wir gemerkt“, sagt Hinterbrandner, „das ist was Neues.“

Dass ausgerechnet Timeline Production dieses Format entwickelt hat, war fast naturgegeben. Hinterbrandner und Reichel kennen sich seit der Jugend, vom Tennisverein in Piding im Berchtesgadener Land. Sie fangen an, sich gegenseitig beim Snowboarden und Klettern zu filmen. „Die zwei Verrückten“, sagen die Leute damals.

Dann lernen sie die Huberbuam kennen, die berühmten Kletterbrüder aus Berchtesgaden. Gemeinsam lassen sie sich auf ein Abenteuer ein: Hinterbrandner und Reichel können sich in großen Wänden bewegen – und lernen, dabei auch zu filmen. Sie begleiten die Huberbuam zu immer größeren Wänden, erst in die Alpen, dann ins Yosemite Valley in den USA, schließlich auf Expeditionen in Pakistan, Grönland, der Antarktis. Sie drehen den Kinodokumentarfilm „Am Limit“, der zum Überraschungserfolg wird. Spätestens da belächelt sie niemand mehr. Aus den zwei Verrückten sind die Inhaber einer Produktionsfirma geworden, die dort filmt, wo andere nicht hinkommen.

Als der BR ein Rettungsformat im alpinen Gelände sucht, landet die Redaktion bei Timeline Production. Doch die Bergwacht davon zu überzeugen, sich filmen zu lassen, ist nicht einfach. Die Retter:innen sind Ehrenamtliche, keine Schauspieler:innen. Kameras mitzunehmen auf Einsätze, bei denen es um Leben und Tod geht, erfordert gegenseitiges Vertrauen. Hinterbrandner und Reichel beginnen in Ramsau, ihrer Heimatbereitschaft, wo sie viele der Retter:innen persönlich kennen. Sie versprechen: Kein Einsatz wird gestört. Nichts wird verfälscht. Schließlich wird abgestimmt, ganz klassisch. Die Mehrheit sagt Ja.

Wenn ich eine Entscheidung treffe, dann ziehe ich die auch durch. Und die Dinge, die mich im Alltag stressen, werden ein bisschen unwichtiger, weil ich weiß: Daran stirbst du nicht, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Max Reichel, Filmproduzent und Geschäftsführer Timeline Production

Dann beginnt die Arbeit. Pro Staffel ist das Team an rund 200 Tagen in Bereitschaft. Die Kameras laufen von Einsatzbeginn bis Einsatzende durch: die Hauptkameras des Teams, Helmkameras und GoPros an den Retter:innen, 360-Grad-Kameras im Helikopter, Tonrekorder für jeden Funkspruch. Pro Staffel entstehen rund 80 Terabyte Material, über 2.000 Stunden Footage von etwa 80 Einsätzen.

Dass die Leute nach einer Folge auch die nächste schauen, liegt laut Hinterbrandner aber nicht nur  an der Technik, sondern auch am Storytelling. „Jeder Einsatz ist eine Heldenreise“, sagt Hinterbrandner: Ehrenamtliche, die sich in abweisende Bergwelten aufmachen, um Fremde zu retten. Was die Serie von anderen Dokuformaten unterscheidet: Die Protagonist:innen sind keine Profis, die dafür bezahlt werden. Es sind Nachbar:innen, die nachts aufstehen, wenn der Piepser ertönt. Und die Gemeinschaft, die dabei entsteht – zwischen Retter:innen, die sich in Extremsituationen blind vertrauen –, ist vielleicht die radikalste Form von Community, die der Berg hervorbringt.

Wie eine Filmtour eine ganze Outdoor Community zusammenbringt

München, 519 Meter über null. Der Filmproduzent Joachim „Helli“ Hellinger ist einer, der schon als 16-Jähriger Skifreizeiten für 50 Leute organisiert, um sich selbst die Fahrt in die Alpen leisten zu können. Später geht er nach Los Angeles, jobbt auf dem Bau, studiert an den Filmhochschulen HFF München und La Fémis in Paris, er filmt Big-Wave-Surfer:innen auf einer Monsterwelle auf Hawaii und Profi-Snowboarder:innen in Alaska.

Doch eine Idee hat seine Karriere vielleicht mehr geprägt als alle anderen: In den späten Neunzigerjahren besucht Hellinger Outdoor-Filmfestivals in Nordamerika. „Ich hatte jedes Mal einen Energieschub“, sagt er. „Ich war inspiriert und euphorisiert.“ Dieses Gefühl will er nach Deutschland bringen, dort existiert damals nichts Vergleichbares. Die Outdoor-Community ist zersplittert. Die Kletter:innen bleiben unter sich, Mountainbiker:innen auch, und Wandern gilt sowieso als Zeitvertreib der Großeltern.

Hellinger wagt es trotzdem. Im Jahr 2000 organisiert er in Halle an der Saale einen Filmabend. Rund 400 Zuschauer:innen kommen. Später wird daraus die European Outdoor Film Tour, deren Produktionsfirma in München sitzt. Heute läuft die EOFT in 178 Städten, und aus dem Konzept sind zwei weitere Formate entstanden: die International OCEAN Film Tour für die Meeres-Community und die Bike Film Tour. Zusammen haben sie etwas geschafft, wovon viele Medienmarken träumen: eine Community aufzubauen, die über Generationen wächst. Manche Besucher:innen, erzählt Hellinger, die schon bei den ersten Vorführungen dabei gewesen sind, bringen inzwischen ihre Enkelkinder mit.

Dass die EOFT so populär werden konnte, liegt aber auch an einer Entwicklung, die Hellinger in den 25 Jahren ihres Bestehens aus nächster Nähe miterlebt hat: der digitalen Revolution. Sie hat sein Genre in zweifacher Hinsicht verändert. 

Zum einen hat sie das Filmen am Berg demokratisiert. Wer in den frühen 2000er-Jahren einen Kletterer oder eine Kletterin an einer senkrechten Felswand filmen wollte, Hunderte Meter über dem Boden, brauchte einen Helikopter. Doch dann kamen GoPro, Smartphone, Kameradrohne – und plötzlich konnten sich die Bergsportler:innen selbst aufnehmen.

Zum anderen hat aber gerade die Digitalisierung eine Sehnsucht nach echten Erlebnissen in der Natur hervorgebracht. 2001, Jahre vor dem ersten iPhone und Social Media, schrieb Hellinger einen Satz auf, der heute prophetisch klingt: „Je virtueller unsere Welt wird, desto größer der Wunsch nach Authentizität und Abenteuer.“

Der beste Freund des Menschen – Auf dem Berg und auf Instagram

München, 519 Meter über null. Nicht jede Berg-Community braucht Extremsituationen. Manchmal entsteht eine Community dort, wo vorher niemand hingeschaut hat. Luisa von Podewils, Spitzname Luu, hat eine solche Nische gefunden: hundefreundliche Wanderungen. Rund 100.000 Menschen folgen ihr auf Instagram, wo sie unter dem Namen @hans_gmerkt Touren durch die Berge bei München postet. Fast immer dabei: ihr Hund Oskar.

Wie so viele Outdoor-Storys beginnt von Podewils’ Geschichte mit Corona. Sie macht während der Pandemie Wanderausflüge ins Allgäu. Irgendwann postet sie die ersten Wanderbilder auf Instagram. Nichts Besonderes, findet ihr Freund. „Du musst es schon g’scheit machen“, sagt er.

Von Podewils macht es g’scheit. Vier Jahre dauert es, bis sie die Marke von 100.000 Follower:innen knackt. Der eigentliche Wendepunkt kommt, als sie anfängt, nicht nur die Natur zu zeigen, sondern auch sich selbst und ihre Struggles, ihre Ängste. „Je mehr ich meine Persönlichkeit reingebracht habe, desto mehr sind die Leute geblieben“, sagt von Podewils.

Ihre Community, sagt sie, seien keine Extremsportler:innen, sondern eher die Entspannten. Die meisten hätten auch einen Hund. Die Follower:innen schreiben ihr, wenn sie ihre hundefreundlichen Touren nachwandern, schicken Bilder, fragen nach Hotelempfehlungen. Es ist ein ständiger Austausch. Inzwischen auch abseits von Instagram: In ihrer WhatsApp-Community „Luu’s Hundefreundinnen“ vernetzen sich mehr als 800 Frauen mit Hund für gemeinsame Spaziergänge, Wanderungen und Camping – und aus Hunde-Buddys werden manchmal echte Freundinnen.

Warum Co-Working-Spaces nicht nur in die Stadt gehören

Miesbach, 688 Meter über null. Vor zehn Jahren, 2016, googelt die Geografiestudentin Veronika „Vroni“ Engel das Wort „Coworkation“ und findet genau ein Suchergebnis. Ihr Chef beim Kommunalunternehmen Regionalentwicklung Oberland hat sie auf die Idee gebracht: Co-Working-Spaces boomen in den Städten, aber ließe sich das nicht auf die Alpen übertragen?

Engel schreibt ihre Bachelorarbeit darüber, baut ein Netzwerk auf und gründet 2019 den Verein CoworkationALPS. Heute gehören mehr als 60 Locations dazu, in Bayern, Österreich, Südtirol und der Schweiz. Sie reichen von einem 400 Jahre alten  Bauernhof in Tirol bis zu einem Berghaus auf 1.200 Metern am Spitzingsee.

Anfangs sind es vor allem Medienschaffende, die die Angebote nutzen. Fotograf:innen, Kreative, Menschen, die ohnehin ortsunabhängig arbeiten. Seit Corona sei die Zielgruppe aber breiter geworden, sagt Engel. Heute buche sich auch mal ein Finanzbeamter für zwei Monate ein, weil ihm der Sommer in der Stadt zu warm sei.

Entscheidend sei aber nicht, dass man woanders arbeite, sondern dass man es gemeinsam tue. Das „Co“ in Coworkation stehe für Gemeinschaft, erklärt Engel. Dass dieses Gemeinschaftsgefühl ankommt, sieht Engel an den Wiederbuchraten. Die, sagt sie, seien extrem hoch. Vielleicht auch, weil es sich mit Blick über die Berge anders arbeitet. „Man merkt, wie klein manche Probleme sind, die man zu Hause im Büro hat“, sagt Engel.

Die Modernisierung eines Verlags schafft eine vertrauensbasierte Community

Oberhaching, 576 Meter über null. Wer in Deutschland wandert, kennt sie: die roten Bücher von Rother. Seit 1920 gibt es den Verlag, gegründet von einem Leipziger Buchhändler, der der Berge wegen nach München zog. Über 400 Wanderführer umfasst das Programm heute, geschrieben von mehr als 300 Autor:innen, die bei den Recherchen zu ihren Touren immer zu Fuß unterwegs sind. Dass dieses Prinzip jetzt auf eine App übertragen wird, dafür ist Florian Tukker verantwortlich.

Tukker ist Product Lead der Rother App. Die Herausforderung: Die App konkurriert mit Giganten. Komoot, Outdooractive, AllTrails: Plattformen mit großen Budgets und großen Entwickler:innenteams. Doch Rother, sagt Tukker, habe ein Alleinstellungsmerkmal: Jede Tour in der App stamme von einem Profi, der das Gebiet persönlich kenne. Es klinge heutzutage angestaubt, sagt Tukker, „aber bei Rother geht es um Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit“.

Es ist die vielleicht leiseste Form von Community. Keine Kommentarfunktion, kein Hashtag, keine Events. Nur Vertrauen, das sich bei jeder Tour bewährt.

Die Bergfreundinnen: Antonia Schlosser, Katharina Kestler und Lisa Bartelmus als Vorbilder

München, 519 Meter über null. Am anderen Ende des Spektrums stehen die BR-„Bergfreundinnen“. Katharina „Kaddi“ Kestler, Antonia „Toni“ Schlosser und Lisa Bartelmus sprechen in ihrem Bayern-2-Format über das Leben mit den Bergen, über Angst, Selbstvertrauen, aber auch über Sexismus. Rund 62.000 Menschen folgen ihnen auf Instagram, Hunderte schicken Sprachnachrichten per WhatsApp, die direkt in den Podcast einfließen. Bei Community-Wanderungen kommen Hörer:innen, die sagen: Ich kenne euch so gut, und ihr wisst gar nichts von mir. Für die jüngste Alpenüberquerung bewarben sich mehr als 600 Menschen, mitkommen durften drei.

Wer verstehen will, wie es den „Bergfreundinnen“ gelungen ist, eine derart engagierte Community aufzubauen, muss rund zehn Jahre zurückgehen.

Die meisten Medienmarken starten mit einem Format und hoffen, dass sich irgendwann eine Community dazu findet. Bei den „Bergfreundinnen“ war es umgekehrt. Erst kam die Community. Dann der Podcast.

2016 geht ein Instagram-Account online, der Frauen in den Bergen featurt: „Munich Mountain Girls“. Das trifft einen Nerv. Aus dem Profil werden Stammtische, aus Stammtischen eine Community.

Katharina Kestler, die als Journalistin frei für den BR arbeitet, ist früh dabei. Als sie dem Sender ein Podcast-Konzept auf den Tisch legt, ist der interessiert. 2020 geht das Format auf Sendung. Was die „Bergfreundinnen“ von der restlichen Outdoor-Szene unterscheidet, fasst Antonia Schlosser in einem Satz zusammen: „Es ist egal, wie hoch der Berg ist, auf dem du stehst. Uns interessiert die Geschichte, wie du da hochgekommen bist.“

Nicht alle finden das gut. Man habe ihnen unterstellt, ihre Touren nicht wirklich gegangen zu sein, sagt Schlosser. Sie seien „Issue Girls“, also Frauen, die der Umwelt ständig ihre Probleme aufdrängen. Andere nennen sie „Heulfreundinnen“. Der Kern der Kritik, sagt Kestler, sei immer gleich: Bei euch ist nicht der Berg der Mittelpunkt, sondern der Mensch. „Aber was ist der Berg ohne den Menschen? Der steht dann da halt rum.“

Für mich sind die Berge ein Gefühl von Zuhause. Ein Ort, wo ich total authentisch sein kann, wo ich keine Rolle spielen muss. Ich kann eine Tour machen, um chillig runterzukommen, und ich kann eine Tour machen, um mich zu fordern und durch die Anstrengung meinen Kopf frei zu kriegen.

Antonia Schlosser, Host des BR-Podcasts „Bergfreundinnen“

Heute sind die BR-„Bergfreundinnen“ der wohl erfolgreichste Berg-Podcast im deutschsprachigen Raum. „An uns kommt keiner mehr vorbei in dieser Branche“, sagt Kestler. Die Bergfreundinnen seien ein Lebensgefühl geworden, ergänzt Schlosser. Ein Ort, an dem niemand dafür verurteilt wird, langsamer oder fehlbar zu sein. Auf einer Alpenüberquerung war eine Frau mit posttraumatischer Belastungsstörung dabei, zum ersten Mal ohne ihren Assistenzhund. Ihre Begründung: „Mit euch traue ich mich das.“

Was treibt Bayerns Medienmacher:innen in die Berge? Katharina Kestlers Witz, dass der Berg ohne den Menschen einfach nur in der Landschaft rumstehe, ist am Ende vielleicht die ehrlichste Antwort. Ausgerechnet am Berg – einem Ort, den man sich als einsam vorstellt, als Rückzug von allem und jedem – entsteht eine Gemeinschaft, in der jede:r auf jede:n zählen kann. Ob es die Alltagssorgen sind, die man auf einer Wanderung mit dem Hund loswird, oder die großen Momente, in denen sich Bergretter:innen im Gewitter blind vertrauen. Ob man gemeinsam an einem langen Holztisch auf einer Almhütte arbeitet oder als Fremde in einem Bettenlager aufwacht und merkt, dass man dazugehört: Der Berg steht da. Die Community macht ihn lebendig. Und Bayerns Medienmacher:innen erschaffen daraus Formate, die weit über die Gipfel hinauswirken.

Bannerbild: Sebastian Lock

Über den Autor/die Autorin

Lennardt Loß

Lennardt Loß ist Redakteur bei der Marketing- und PR-Agentur LOOPING ONE und schreibt als freier Journalist unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Zeit Online. 2019 ist sein Debütroman erschienen.

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