Studie: Community first – Wie Medienhäuser Netzwerke aufbauen und gestalten

In Zeiten von KI und digitalen Inhalten entscheidet die Beziehung zum Publikum über die Zukunft des Journalismus. Unsere neue Studie mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zeigt, wie Redaktionen in Bayern Community Building erfolgreich umsetzen – von Präsenzformaten über WhatsApp-Dialoge bis hin zu KI-gestützter Kommentarauswertung.

15.09.2026 2 Min. Lesezeit

In Zeiten KI-getriebener Inhaltsfluten und sinkendem Medienvertrauen gewinnt die Beziehungsarbeit zum Publikum für Redaktionen entscheidend an Bedeutung. Gemeinsam mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt hat XPLR: MEDIA in Bavaria in einer explorativen Mehrmethoden-Studie untersucht, wie bayerische Medienhäuser Netzwerke aufbauen und pflegen.

Durch qualitative Interviews mit Führungskräften und Redakteur:innen, unter anderem von BR24, 95.5 Charivari, Main-Post und kicker eSport, sowie einer begleitenden quantitativen Befragung von Nutzer:innen haben wir analysiert, wie moderne Community-Strategien in der Praxis funktionieren, wie sie Vertrauen und Bindung stärken und Medienhäuser damit stabiler für die Zukunft aufstellen.

Wir haben das Gefühl, dass viele Dinge auf dem Weg in die Digitalisierung verloren gegangen sind, weil man dachte: ,Das macht man nicht mehr so’. Der Lesendenbeirat ist ein total wichtiger Resonanzkörper in einer Redaktion. Er ist dafür da, mit ausgewählten Lesenden, die die Community repräsentieren, Dinge zu besprechen. Wir haben zur Diskussion untereinander angeregt und was dabei rausgekommen ist, war für uns zum einen super hilfreich. Zum anderen hat es den acht Menschen, die da waren, das Gefühl gegeben, dass sie gesehen und gehört werden.

Ronja Straub, Kolumna

Wir haben immer Journalisten an Bord und laden Gäste zum Bus ein. In Herzogenaurach gab es vor zwei Jahren eine große Diskussion über eine Südumgehung, und wir waren mit dem Bus vor Ort. Es kamen 150 Leute. Der Bus war eine Art Forum zwischen Befürworter und Gegnern. Das ist ein Image-Erfolg: Die Lokalzeitung bringt die Menschen zusammen.

Georg Körfgen, VNP

Die Vision von ‚Die Debatte‘ ist es, ein sehr interaktives, aber vielfältiges Meinungsformat zu schaffen. Mit spannenden Perspektiven, die zum Nachdenken anregen. Das ist mein Wunsch: einen transparenten Austausch in Zeiten von Spaltung zu fördern.

Pascal Deutschländer, FOCUS online

Wir wollen herausfinden, wie wir mit kleinen und großen Veranstaltungen die Menschen bei uns in der Region am besten erreichen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Wir wollen Gesicht zeigen und damit auch Vertrauen aufbauen. Wir sind vor Ort, wir hören zu, wir können unsere Inhalte erlebbar machen, seriösen Journalismus mit guter Unterhaltung verbinden und damit auch andere Zielgruppen erreichen – das wäre die Idealvorstellung.

Meike Schmid, Main-Post

Hol dir die Studie!

Diese Themen findest du in der Studie:

Von Live-Events bis KI: 7 Typen des Community Managements

Die Studie zeigt: Es gibt nicht die eine Erfolgsformel für Beziehungsarbeit, sondern vielfältige, auf das jeweilige Medium abgestimmte Ansätze. Es lassen sich sieben praxistaugliche Typen identifizieren – von Vor-Ort-Formaten, wie dem VNP-Redaktionsbus oder BR-„Mitmischen!“, über den direkten WhatsApp-Kontakt in die Redaktion Audio- und Social-Media-Kanäle bis hin zu innovativer Kommentarauswertung mittels KI und monetären Anreizen für die Community.

Community als strategisches Redaktionsprinzip

Immer mehr Medien verankern die Interaktion mit dem Publikum fest in ihren Strukturen. Ob als lokales Startup mit Lesendenbeirat (Kolumna) oder durch neu geschaffene Rollen wie Dialogmanager:innen im Organigramm (Main-Post) – das Publikum wird aktiv in Themenfindung und Recherche eingebunden. So fühlt sich das Publikum als Teil des Ganzen und es entstehen Inhalte nah an der Lebenswelt der Menschen.

Menschlichkeit schlägt Anonymität: Der Vertrauensbeweis

Unsere quantitative Nutzerbefragung belegt eindeutig: Intensive, menschliche Beziehungsarbeit zahlt sich aus. Über 90 % der befragten Nutzer:innen von Formaten mit starkem persönlichem Bezug vertrauen dem jeweiligen Medium. Zudem würde eine große Mehrheit die Angebote schmerzlich vermissen, wenn es sie nicht mehr gäbe. Redaktionen mit menschlichem Gesicht und Stimme machen den entscheidenden Unterschied in einer digitalen Medienwelt.

Jetzt die vollständige Studie downloaden!

Erfahre im Detail, wie bayerische Medienhäuser Community Building erfolgreich umsetzen, welche Herausforderungen sie meistern und wie du diese Erkenntnisse für deine eigene Redaktion nutzen kannst.

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